Ich möchte euch mit diesem Beitrag einwenig in meine alte Heimat entführen. Dort wo ich geboren und aufgewachsen bin, meine Kindheit und meine Jugend verbracht habe. Ich bin ja ursprünglich ein richtiges Landei, ja man mag es kaum glauben, aber ich komme aus einem Ort, wo sich sprichwörtlich „Fuchs und Henn“ noch Gute Nacht sagen. Wenn ich mal wieder meine Eltern, Großeltern, etc. besuche, bekomme ich eigentlich fast immer mit, dass jeder im Ort immer bestens über alles bescheid weiß. ;-)))) Ja auch von mir, obwohl ich nun schon seit fast 11 Jahren nicht mehr dort wohne, sind sie meistens immer alle up to date und das liegt definitiv nicht nur an Social Media, sondern Geschichten, Neuigkeiten, Veränderungen erzählen sich in einer 2.500 Menschen Gemeinde doch schneller als man denkt. 😉

Das war eigentlich auch einer der Gründe, warum ich vor einigen Jahren aus meiner alten Heimat in die wunderschöne Stadt Graz gezogen bin. Ich wollte einfach machen was ich will, ohne das schon am nächsten Tag jeder Bescheid wusste, ob ich nun grüne, rote oder blaue Haare hatte, ob ich 10 Kilo abgenommen oder zugenommen hab oder ob mein Körper 1 Piercing oder Tattoo mehr schmückte. Oder ob ich am Wochenende zu einer gesegneten Uhrzeit vom Partymachen nach Hause kam. Uh ja ich hab auch ein paar wilde Zeiten hinter mir. Aber wer hat die den nicht?!

Aber eines war mir noch wichtiger, sich weiter zu entwickeln. Mit 19 Jahren war mir bewusst, das dies in der Obersteiermark nur bedingt möglich gewesen wäre. Und so hab ich mich, und das ist jetzt kein Witz, an meinem damals letzten Arbeitstag mit 2 Koffern in den Zug gesetzt und weg war ich. Boah war das befreiend. Nun stand mir eine ganz andere Welt offen und so haben sich die letzten Jahre sehr positiv für mich entwickelt. Mittlerweile habe ich zwei wundervolle Kinder und meine Traumjobs.

Und damit auch meine Kinder ein bisschen Vergangenheit schnuppern können, habe ich gemeinsam mit ihnen einen langen Spaziergang durch meine alte Heimat Irdning gemacht und so in ein paar alte Erinnerungen geschwelgt. Oh Mann, ich hatte ja doch eine ziemlich schöne Kindheit und vor allem sehr lustige Jugend. Da könnte ich euch so einige Storys erzählen. Aber die Jenigen, die mich kennen und auch bei der ein oder anderen lustigen Runde dabei waren, wissen bei den Bildern genau, was ich meine.

IRDNING DU HAST DICH IRGENDWIE VERÄNDERT

Schon das Betreten des Volksschulgeländes lässt mich einige Jahre zurückschweifen. Ich hatte ja einen wirklich „weiten Schulweg“. Ähm ich denke, es waren knapp 100 Meter von meiner Haustür bis zum Schuleingang. Wenn wir zu dieser Zeit ein Gartentor zwischen unserem und Volksschulgarten gehabt hätten, wäre der Weg noch um einiges kürzer gewesen. Herrlich oder? Ich konnte also bis knapp vor dem Klingeln der ersten Stunde noch fein in meinem Bettchen liegen und brauchte mich erst kurz vor knapp auf den Schulweg machen. Ich erinnere mich gerne an meine Volksschulzeit zurück, denn wir hatten nicht nur den wunderschönen Garten, sondern auch der Schulhof war etwas Besonderes. Könnt ihr euch noch erinnern, an die Zeit wo das Schnurspringen richtig cool war? Boah wir hatten keine anderen Sorgen, außer wer die ein oder andere Hüpffigur besser konnte.

Aber das Schulgelände war auch nach der Volksschulzeit weiter ein Treffpunkt für meine Freunde und mich. Nicht nur weil ich so keinen weiten Heimweg hatte, nein irgendwie spielte dieser Teil des Ortes immer eine große Rolle. Liegt aber auch daran, dass der Ortskern nur aus Volksschule, Kirchenpark und Kirchenvorplatz besteht und die Ortsdisco auch nur unweit entfernt war. Praktisch oder? So mussten mich meine Eltern nie lange suchen. 😉

Was für eine unbeschwerte Jugend. Wir brauchten keine Handys wir wussten, wo wir uns nach den Hausaufgaben wiedersehen würden oder Freitag und Samstags bevor wir in die Disco gingen. Es gab da genau eine Parkbank, die auch heute noch ganz unberührt dort steht, wo wir täglich stunden verbrachten und uns ausgetauscht haben. Hahaha ausgetauscht klingt herrlich. Naja ich gehe da jetzt nicht näher darauf ein. Auch der Teich im Park war schon immer ein Anziehungspunkt. Wenn „unsere“ Bank besetzt war, gings weiter zum Teich, wo wir meist auch mit Gitarre saßen und musizierten.

Nun über 15 Jahre später sieht es dort noch immer gleich schön aus. Natürlich wurden einige Gebäude renoviert, Häuser wurden rundherum gebaut, für Kinder wurde ein riesiger Spielplatz errichtet und alles in Schuss gehalten. Aber für wen? Ich schlenderte mit meiner Familie durch den Ort und irgendwie war es still, leer und verlassen. Nur ein paar Autos fuhren durch den Ort. Aber Kinder und Jugendliche waren nicht in Sicht. Der Spielplatz war leer gefegt, die Sitzmöglichkeiten im Park waren frei. Keine Fußgänger liefen uns über den Weg. Keine Jugendliche die sich köstlich amüsierten, rein nichts. Wo sind alle geblieben? Sitzen vielleicht alle zu Hause vor dem Handy, PC oder ihren Spielekonsolen? Meine Kids waren die Einzigen, die am Spielplatz tobten. Nicht einmal im schönen weiten Moos, ein idealer Spazierweg für Familien war eine Menschenseele. Irgendwie unheimlich und erschreckend. So viele Möglichkeiten am Land und keiner nutzt sie? Oder was ist der Hintergrund das sich vielleicht viele nur noch in ihren 4 Wänden oder im eigenen Garten aufhalten? Oder will hier einfach niemand auffallen, weil er weis das sowieso am nächsten Tag wieder jeder über jeden alles weis? 😉

Ich für mich habe gemerkt, dass ich gerne in meine alte Heimat reise, meinen Kindern diese schöne Gegend näherbringe, doch leben möchte ich dort nicht mehr. Viel zu steif und zu langweilig ist es mir dort geworden. Klingt das vielleicht etwas gemein? Nein eigentlich nicht. Ich würde meine Kindheit nie tauschen wollen, aber meinen Kindern möchte ich einfach einen weiteren Horizont bieten. Ich habe bemerkt das sich auch am Land einiges verändert hat, auch wenn viele das Gegenteil behaupten. Auch wenn die Kids vom Land mit einigen Problemen nicht so konfrontiert werden wie meine Kinder in der Stadt, sieht man auch am Land keine Kinder mehr unbeschwert herumtollen, alleine mit dem Rad durch den Ort düsen oder am Bach mit Stöcken und Steinen spielen. Aber diese überbesorgte Erziehung von Kindern in der jetzigen Zeit ist wieder eine andere Story,  über die ich bestimmt auch mal einen Beitrag auf meinem Blog veröffentlichen werde. 

Wie geht es euch dabei, wenn ihr einen Besuch in eurer alten Heimat macht? Hat sich bei euch auch vieles geändert? Oder findet ihr doch noch das es Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt?

DISCLAIMER: Dieser Beitrag ist kein gesponserter Beitrag. 

Weiters möchte ich anmerken, dass die Zeit, die ich in die Umsetzung und Gestaltung jedes Beitrages investiere, aus freiwilligem Interesse entsteht. Jede angeführte Kennzeichnung ändert nichts an meiner persönlichen Meinung und Betrachtung zu von mir sorgfältig ausgewählten Produkten.

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